Blockchain Erklärung

Die Blockchain-Technologie sorgt für Gesprächsstoff über Industriegrenzen hinweg. Gerade im Finanzsektor findet sie immer häufiger statt. IT-Verantwortliche sollten sich diese Technologie etwas genauer ansehen, um ihren Nutzen zu begreifen.

Die Blockchain ist eine dezentrale Datenstruktur und die Grundlage vieler digitaler Währungen. Um diese Dezentralität stärker zu betonen spricht man, gerade im Finanzsektor, oft auch von der “Distributed Ledger Technology”. Diese Technologie wird durch ihre Dezentralität, Unveränderlichkeit und Transparenz ausgezeichnet.

Die Idee ist durch die virtuelle Währung Bitcoin entstanden. Aber sie hat das Potenzial, weit mehr als nur das Finanzsystem zu verändern. Bei Zahlungsvorgängen mit Bitcoins (Was sind Bitcoins?) müssen im Gegensatz zu anderen Methoden keine Informationen wie Kartennummern, Namen oder Adressen preisgegeben werden. Auch fallen fast keine Gebühren an, von denen zum Beispiel Kreditkartenunternehmen derzeit sehr gut leben.

Dabei muss immer berücksichtigt werden, dass es nicht die “eine Blockchain” gibt. Eine Blockchain kann sehr unterschiedlich ausgestaltet sein. Wird sie in der Verwaltung einer Behörde eingesetzt, ist sie anders konzipiert als beispielsweise die bekannteste, die Bitcoin-Blockchain, an der sich meistens orientiert wird.

Die Blockchain ist ein digitaler Kontoauszug für Transaktionen zwischen Computern, der jede Veränderung genau erfasst, sie dezentral und transparent auf viele Rechner verteilt speichert. Damit ist die Information nicht (oder nur mit ungeheurem Aufwand) manipulierbar und verifiziert.“

Johannes Kuhn - Süddeutsche Zeitung

Wie funktioniert Blockchain?

So funktioniert die Blockchain!

Die Funktionsweise wird in diesem Bild (Quelle F.A.Z) sehr gut erklärt.

Vor- & Nachteile von Blockchain

Vorteile:

  • Dezentral
  • Peer-to-Peer ohne Mittelsmann
  • Unveränderlich
  • Transparenz
  • Demokratische Entscheidungen

Nachteile:

  • Benötigte Rechenkapazität steigt
  • Transaktionsgeschwindigkeit sinkt womöglich auf Dauer
  • Hackerangriffe durchaus möglich

Einsatzmöglichkeiten im Bankenwesen

Wenn Banken versuchen, mit anderen Kryptowährungen als Bitcoin zu arbeiten, geht dies bereits in Richtung Blockchain. Der tatsächliche Blockchain-Durchbruch für Banken wäre es jedoch, wenn sie ein eigenes Blockchain-System bilden, um Transaktionen und den Wertpapierhandel abzuwickeln.

Die Ziele dieser Projekte sind weitläufig. Sie reichen davon, Mittelstandsanleihen über eine Blockchain herauszugeben und zu handeln, bis hin zu einer, die Transaktionen zwischen Banken bereinigt, zur Schaffung eines Euro-Tokens auf der Ethereum-Blockchain und zu einem Register für automatische Steuerberechnungen. Dabei können Smart Contracts komplexe Verträge und Finanzinstrumente wie Futures automatisch ausführen.

Historisches

Im Jahr 2008 veröffentlichte ein mysteriöses Pseudonym namens Satoshi Nakamoto eine Abhandlung, in dem er bzw. sie ein System von digitaler Währung beschrieben hat, das Bitcoin genannt wurde. Ob Satoshi Nakamoto eine Person oder eine Vereinigung ist, ist bis zum heutigen Tag unklar. Man konnte mit Bitcoin kaufen und verkaufen, vorausgesetzt es wurden beim entsprechenden Handel Bitcoin akzeptiert. Dies stellte einen schnellen und effektiven Weg dar, weltweit mit jedem handeln zu können.

Es steckt aber noch viel mehr hinter dem Ganzen. Die digitale Währung (sogenannte Kryptowährung) schützt das System und kann nicht versehentlich (oder absichtlich) auf dem falschen Konto ankommen oder doppelt überwiesen werden. Es würde keine zentrale Bank geben, die normalerweise als Dritter zwischen zwei Leuten fungiert, die Geld umsetzen möchten. Das Blockchain-System ersetzt die Bank.

Ein Jahr nachdem die Abhandlung, die Bitcoin beschrieb, veröffentlicht worden war, wurde die Software selbst veröffentlicht. Die Geschichte der Währung war etwas holprig und wurde immer mal wieder von Publikationen wie The Telegraph, Wired Magazine, und ähnlichen für “tot“ erklärt. Mt. Gox, die größte Firma für den Tausch von Bitcoin, brach zusammen, wobei über 450 Millionen US-Dollar in Bitcoin direkt aus dem Portemonnaie der Tauschfirma gestohlen wurden. Bitcoin kam ins Kreuzfeuer, weil sie in der Silk Road als Währung dient, welche ein Onlinebasar für illegale Drogen ist. Als das FBI den Drogenring zerschlug, beschlagnahmte es über 3,5 Millionen US-Dollar in Bitcoins. Der Gründer der Silk Road, Ross Ulbricht, wurde 2015 zu lebenslanger Gefängnishaft verurteilt.

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